Villa der Quintili |
Diese Villa befand sich bei Kilometer 5 entlang der Via Appia.
Der
Kern geht auf die erste Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. zurück. Am Schluss
bestand die Villa aus verschiedenen Teilen: Öffentliches Wohngebäude, privates
Wohngebäude, 3 Badegebäuden, 3 Zisternen und einem Nymphäum.
Interessant ist auch die Besitzergeschichte, welche sich nachvollziehen läst. Zuerst gehörte die Villa den Brüdern Sextus Quintilius Condianus und Sextus Quintilius Valerius Maximus. Beide waren Konsuln im Jahre 151 n. Chr. Nach einer angeblichen Verschwörungsbeteiligung gegen Lucius Aelius Aurelius Commodus wurden die Brüder in den Jahren 182/183 getötet. Die Villa ging in den kaiserlichen Besitz über.
Da sich der Kaiser selber in der Villa aufhielt, wurde die Villa umgebaut. Weitere Restaurierungen fanden unter Lucius Septimius Severus (193 - 211 n Chr.), Marcus Antonius Gordianus Sempronianus (Gordian I; 238 n. Chr.) und Marcus Antonius Gordianus (Gordian III; 238 - 244 n. Chr.) statt.
Aufgrund
diverser Funde, welche mit der Kaiserfamilie in Verbindung gebracht werden, wird
vermutet, dass die Villa bis zum Ende des 3. Jahrhunderts im Besitz der
Kaiserfamilie blieb.
Spätere Bauteile, wie Ziegel mit Stempeln Theoderichs (Ostgotenkönig 474 - 526 n. Chr.), Keramikfragmente aus dem Mittelalter und Gräber ausserhalb und innerhalb der Villa lassen vermuten, dass Teile der Villa im Mittelalter weiterbenutzt wurden.
Die Mauern vieler Gebäudeteile sind heute noch hoch erhalten, auch wenn einige Teile nicht römisch sind. Die Villa kann aufgesucht werden: Dienstag - Sonntag (9.00 bis eine Stunde vor Sonnenuntergang). Bei meinem Besuch war der Eingang ohne Angaben von Gründen mit einem Gitter verschlossen.