Kolosseum |
Kurz nach der Thronbesteigung von Titus Flavius Vespasianus (Vespasian - 69 n. Chr. bis 79 n. Chr.) wurde der Bau des Kolosseums in Auftrag gegeben.
Dabei wurde das Ziel verfolgt, Teile des Domus Aurea wieder dem Volk zurückzugeben. An dieser Stelle befand sich der See, welcher zum goldenen Haus gehörte.
Das
Amphitheater wurde im Jahr 80 n. Chr. eingeweiht. Dies unter dem Sohn und
Nachfolger des kurz zuvor verstorbenen Vespasian, Titus Flavius Vespasianus
(Titus - 79 bis 81 n. Chr.). Zu diesem Zeitpunkt waren die Bauarbeiten noch
nicht fertig. Erst unter Titus Flavius Domitianus (Domitian - 81 bis 96 n. Chr.)
wurden die letzten äusseren Ränge und das Untergeschoss unterhalb der Arena
fertig gestellt.
Unter Titus Aurelius Fulvus Boionius Arrius Antoninus (Antoninus
Pius - 138 bis 161 n. Chr.) waren infolge eines Brandes die ersten
Restaurierungsarbeiten notwendig. Im
Laufe der Jahrhunderte war das Amphitheater immer wieder von Bränden betroffen.
Die Holzkonstruktionen (Bretterabdeckung der Arena, Bühnenmaschinen, Tribüne der
letzten Reihe, usw.) boten genug Angriffsfläche für das Feuer. Am schwersten war
ein Brand im Jahr 217 n. Chr. Das Bauwerk war danach bis in das Jahr 222
geschlossen. Wobei die Arbeiten noch 20 Jahre weiter gingen. Dies erklärt, wieso
die heute erhaltenen Strukturen aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. stammen.
Bei der Plünderung Roms durch die Westgoten im Jahr 410 n. Chr. wurde das Amphitheater schwer beschädigt und war über Jahre unbenutzbar. Flavius Honorius (395 bis 423 n. Chr.) und Theodosius II (Ostrom - 408 bis 450 n. Chr.) liessen es restaurieren. Ein Erdbeben hat das Amphitheater jedoch wieder beschädigt.
Im
Jahr 438 n. Chr. hat Flavius Placidus Valentinianus (Valentinian III - 425 bis
455 n. Chr.) die Gladiatorenspiele verboten. Die Tierhetzen (venationes) gingen
noch mindestens bis 523 n. Chr. weiter. Danach begann der Verfall. Im ganzen
Mittelalter diente das Kolosseum als Steinbruch. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts
richtete die adlige Familie Frangipane im Ostsektor einen befestigten Platz ein.
Als ein Dekret aus dem Jahr 1675 diesen Platz zum Gedenken an die christlichen
Märtyrer erwähnte und 1720 die Arena zum Schauplatz der Via Crucis wurde, nahm
der Raubbau ab. Die ersten systematischen Ausgrabungen begannen im 19.
Jahrhundert.
Noch einige technische Daten: Der äussere Ring des Amphitheaters ist beinahe 60 Meter hoch. Die grössere Achse der Ellipse misst 188 Meter, die kleinere 165 Meter. Der äussere Ring aus Travertin besteht aus 4 Stockwerken. Oberhalb der Fenster wurden die Pfähle verankert, welche das grosse Segel hielten, das über den gesamten Zuschauerraum gespannt wurde und die Zuschauer vor der Sonne schützte.
Die Plätze, obschon der Eintritt frei war, wurden streng nach Zugehörigkeit zur sozialen Klasse unterschieden. Dem Nordeingang war ein kleiner Porticus vorgelagert. Hier lag der Zugang zur kaiserlichen Tribüne, welche im Nordsektor lag und heute nicht mehr zu erkennen ist. Der unterste Sektor (ima cavea) waren den Senatoren und ihren Familien vorbehalten. Der zweite Sektor (maenianum primum) war für die Ritterschaft vorgesehen. Der dritte (maenianum secundum) und vierte Sektor (maenianum summum in ligneis) war für den Plebs vorbehalten. Die Frauen mussten ganz oben Platz nehmen.
Das Fassungsvermögen des Amphitheaters ist bis heute umstritten. Vermutlich waren es knapp unter 60'000 Plätzen.
Das Theater hiess eigentlich Flavisches Amphitheater, nach der erbauenden Dynastie. Im 7. Jahrhundert n. Chr. tauchte erstmals der Name Colysaeus auf. Diese Bezeichnung bezog sich vermutlich auf die Kolossalstatue von Nero, welche neben dem Amphitheater stand.
Zu den Besuchszeiten:
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9.00 Uhr bis 1 Stunde vor Sonnenuntergang |