Montag, 09.07.2007 - Publikumsgrabung Augst |
Der erste Tag der Publikumsgrabung 2007 hat heute um 9.00 Uhr begonnen.
Wir haben uns um 9.00 Uhr beim Grabungsgelände in der Nähe des römischen Haustierparks getroffen. Wir sind insgesamt 9 Teilnehmer. Betreut werden wir von 3 Personen, inklusive dem Grabungsleiter. Leider hat es zu Beginn geregnet. Aus diesem Grund haben wir die ersten Informationen im Baucontainer erhalten.
Dabei wurden wir über die Entstehungsgeschichte von Augusta Raurica und die örtliche Einordnung des Grabungsgeländes informiert (Häuser entlang der wichtigen Strasse vom Ost- zum Westtor, nördlich der Strasse in der Nähe des Osttors). Gemäss seiner Grabinschrift wurde die Stadt von L. Munatius Plancus gegründet. Dies muss im Jahr 44 v. Chr. gewesen sein. Allerdings gibt es überhaupt keine archäologischen Spuren aus dieser Zeit. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden jedoch Bronzetafeln in der Nähe des Forums gefunden, welche eine Neugründung der Stadt nennen. Vermutlich wurden die Veteranen nach der Ermordung von Gaius Iulius Caesar zuerst gar nicht angesiedelt, da sie im anschliessenden Bürgerkrieg gebraucht wurden.
Anschliessend wurden wir in die Grabungstechnik eingewiesen. Wichtig ist insbesondere, dass das Grabungsgelände eingemessen und jedes Grabungsfeld abgesteckt wird. Anschliessend wird Schicht für Schicht abgetragen. Die Grabungstiefe hängt davon ab, wie hoch die einzelne Schicht ist. Je nach Umstand benutzt man einen grossen oder auch kleinen Pickel und eine Schaufel, bzw. ein kleineres Exemplar davon. Ein Pinsel wird hingegen nur selten eingesetzt.
Dann
wurden wir auf die einzelnen Grabungsfelder aufgeteilt. Diese befinden sich unter
Zelten, damit auch im Regen gegraben werden kann. Zu zweit haben wir in einem
Feld gegraben, wo bereits früher eine Rechteck aus Ziegeln aufgedeckt wurde
(Herdstelle). An der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein Versturz aus
Ziegeln. Entlang diesem bis zu einer Mauer in der Mitte haben wir begonnen eine
Schicht abzutragen. Dieses Feld ist ausserordentlich fundreich. Unter anderem
kamen hier sehr viele Knochen (ganze Knochenenden, Teile des Kiefers mit Zähnen)
und auch viel Keramik (eine
Terra
Sigillta Scherbe
mit Verzierung und eine andere mit Stempel) zum Vorschein. Daneben waren noch
einige Nägel und Schlacke vorhanden. Dazu kamen die obligaten Ziegel.
Am Morgen haben wir noch das Osttor und das dazugehörende Grabmonument aufgesucht. Repräsentation und der "Schein" war schon damals wichtig. Am Nachmittag wurden uns die römischen Ziegel erklärt und auch gezeigt. Diese waren viel grösser als unsere. Ein Dach wurde mit Leistenziegeln (Tegulae) und Hohlziegeln (Imbrices) abgedeckt.
Um 14.00 Uhr war der Grabungstag beendet.