Bliesbruck - Reinheim |
Im Bliestal haben schon seit der Jungsteinzeit Menschen gesiedelt. Genauere Angaben kennt man jedoch erst von der ausgehenden Bronzezeit (um 800 v. Chr.). Es gab eine Siedlung am Bliesufer in Reinheim. In der Früheisenzeit (750 bis 450 v. Chr.) gab es eine Siedlung in Bliesbruck. Es gab mehrere Tumuli auf den Höhenzügen. Dakzu gehört auch das sogenannte Grab der Fürstin von Reinheim.
Nach der römischen Eroberung (um 50 v. Chr). entstanden hier in
der Mitte des 1. Jahrhunderts eine Kleinstadt und eine Villenanlage. Das Dorf
erreichte in der Mitte des 3. Jahrhunderts seinen Höhepunkt. Zwischen den Jahren
250 und 275 n. Chr. wurde der Vicus
bei germanischen Invasionen zerstört. Im 4. Jahrhundert wurde der Ort teilweise
neu erbaut und besiedelt. Diese Bauten wurden um 450 n. Chr. verlassen.
Zum Vicus gehörte
auch eine Thermenanlage. Diese wurde gegen Ende des 1. Jahrhunderts erbaut.
Ansonsten
bestand das Dorf aus Wohn- und Handwerkshäusern. Diese Häuser hatten
vielfach einen grossen rechteckigen Raum (Ladenwerkstatt), welcher mit einem
Stampflehmboden versehen waren. Dieser Raum war nach vorne zum Porticus
geöffnet. Später wurden diese Häuser durch Wohnräume erweitert, welche
unterkellert waren oder eine Fussbodenheizung aufwiesen.
In einigen Häusern
befanden sich Feuerstellen oder Öfen, welche für das
hier ausgeübte Handwerk benutzt wurden.
Die Villa Rustica von Reinheim bestand aus einem Hauptgebäude von 80 x 62 m Grundfläche. Dazu gehörte ein Hofareal. Die Gesamtfläche betrug 6 ha.
Das Wohnhaus bestand aus einem zentralen Baukörper und zwei vorspringenden Seitenflügeln. Im nordwestlichen Eckgebäude befanden sich die Thermen. Vor der Nordfassade befand sich ein Wasserbecken.
Die Anlagen sind frei zugänglich. Die Thermen können vom 15. März bis zum 31. Oktober von 10.00 bis 18.00 Uhr aufgesucht werden. Mehr Informationen gibt es unter diesem Link.