Donnerstag, 13.07.2006 - Publikumsgrabung Augst |
Kurz vor 9.00 Uhr ging es wieder mit Graben los.
Zuerst haben wir noch den restlichen Boden unterhalb der Mauer bis zum gewachsenen (natürlichen) Boden abgetragen. Allzu viel kam dabei nicht mehr zum Vorschein. Trotzdem handelte es sich um verschiedene Gegenstände: Knochen, Keramik, Nägel (nochmals einer über 10 Zentimeter) und ein Gegenstand aus Bronze (Zierbeschlag?).
Am
Morgen wurde uns noch erklärt, wie Befunde fotografisch dokumentiert werden. Die
Fotografien werden auf einer Fotoliste notiert. Diese Liste enthält im Kopf
unter anderem das Grabungsjahr, die Grabungsnummer und den Standort. Pro Foto
wird folgendes notiert: Fotonummer, Datum, Fotograf, Farb-/Dia- oder
Schwarz-Weiss, Feld, Abtrag, Profil, Schnurhöhe, Bemerkungen und "Blick von". Um
die Dimension der abgebildeten Objekte richtig einzuschätzen, wird neben den zu
fotografierenden Befund folgendes gelegt: Latten mit 10 cm Markierungen (z.B.
eine für 1 Meter und eine für 50 cm), Pfeil für die Nordrichtung und die
Fotonummer. Wichtig ist zudem keine direkte Sonnenbestrahlung. Diese Fotoliste
und die Fotos werden in das Grabungsdossier gelegt. Dieses enthält unter anderem
folgendes:
| Planskizze mit dem Standort der Grabung | |
| Tagesberichte | |
| Zeichnungen | |
| Fotos |
Die Fotos werden manchmal mittels einer speziellen Software entzerrt.
Nachdem
wir mit dem Abtrag im Grabungsfeld fertig waren, haben wir in einem anderen Feld
die Schicht oberhalb eines Kiesbodens abgezogen. Dieser Boden ist jedoch nicht
überall vorhanden. Zum Teil besteht nur eine Lehmschicht (zwischen zwei Gräben).
Bei dunklen Vertiefungen handelt es sich vermutlich um Pfostenlöcher.
In diesem Feld kamen noch wenig Keramik und Knochen zum Vorschein.
In einem anderen Grabungsfeld kamen in den letzten Tagen Terra Sigillata Gefässe zum Vorschein. Der (unterschiedliche) Typ dieser Gefässe ist zwar bekannt. In einigen Details (z.B. Barbotine Verzierung) weicht er jedoch ab. Dieser Typ der Gefässe ist in Augst relativ selten.
Danach gingen wir in das Handels und Gewerbehaus in der Schmidmatt. Hier konnten wir auch Bereiche aufsuchen, welche nicht öffentlich zugänglich sind.
Diese Führung war um 14.30 Uhr fertig. Danach haben wir uns noch zu einem Bier - oder anderem - in einem Gartenrestaurant getroffen.