Home/Weiteres Tagesberichte Latein Suchen Gästebuch Links

Provinz Raetia

Zurück zur Übersicht Graubünden

Das Gebiet nördlich der Alpen kam im Rahmen des Alpenfeldzuges 16/15 v. Chr. unter die römische Herrschaft.

Vermutlich wurde dieser Krieg weniger wegen den Raetiern geführt, sondern mehr um die Alpenpässe zu sichern. Der genaue Verlauf des Feldzuges ist auch heute nicht bekannt. Man geht davon aus, dass eine Heereseinheit unter Nero Claudius Drusus Germanicus durch das Eschtal und über den Brenner nach Norden zog. Eine zweite Einheit unter Tiberius Iulius Caesar Augustus stiess möglicherweise von Westen über den Hochrhein ins schweizerische Mittelland vor. Aufgrund von Funden von Schleuderbleien der Legionen III, X und XII und römischen und einheimischen Waffen im Crap Ses Gebiet wird davon ausgegangen, dass eine weitere Truppenheit über die Bündner Alpenpässe zog.

Zuerst bestand wohl erst eine lose Verwaltungseinheit, zu welcher auch das Wallis gehörte. Die Provinz Raetia wurde jedoch vermutlich erst unter Gaius Iulius Caesar Germanicus (Caligula / 37 - 41 n. Chr.) oder Tiberius Claudius Nero Germanicus (41- 54 n. Chr.) eingerichtet. Die Grenzen dieser Provinz sind nicht genau bekannt. Im Norden war dies die Donau, im Osten der Inn. Im Westen gehörte vermutlich der Bodensee noch zur Provinz. Nicht sicher ist, ob die Alpenübergänge (Brenner, Reschen, Septimer und Julier) noch zur Provinz gehörten. Erste Hauptstadt war Kempten (Cambodunum). Erst gegen Ende des 1. Jahrhunderts wurde dies Augsburg (Augusta Vindelicum).

Unter Gaius Aurelius Valerius Diocletianus (284 - 305 n .Chr.) wurde die Provinz in Raetia I und Raetia II aufgeteilt. Augsburg blieb Hauptstadt der Raetia II. Ob Chur Hauptstadt der Raetia I wurde, ist umstritten.