Donnerstag, 14.07.2005 - Publikumsgrabung Augst |
Unser Tatendrang war heute so gross, dass wir bereits vor 9.00 Uhr mit Graben begannen und dies sollte sich noch lohnen.
Ich fuhr dort weiter, wo ich gestern aufhörte. Da der Grabungsleiter gestern in diesem Feld noch einiges abgetragen hatte, konnte ich natürlich davon profitieren.
Wie gestern waren die Funde nicht zahlreich aber interessant: Keramik, Schlacke, grössere Leistenziegelfragmente und Knochen. Hervorzuheben sind zwei Fundstücke: Ein Ziegelfragment, welches Verzierungen aufweist. Dies könnte auf einen Teil eines Hohlziegels (Tubuli) hinweisen. Somit könnten hier die Reste eines Hypokausts wieder verwendet worden sein. Das Fragment eines Bodenstückes eines Terra Sigillata Gefässes war leider ohne Stempel erhalten.
In anderen Grabungsfeldern kamen heute jedoch 3 Münzen zum Vorschein. Zwei Silbermünzen (Denare) und eine halbe Bronzemünze. Das Halbieren oder sogar Vierteln von Münzen war insbesondere in der frühen Kaiserzeit üblich, da zu wenig Kleingeld im Umlauf war. Eine Silbermünze war in einem ausserordentlich guten Zustand. Inschrift und Münzbilder waren gut zu erkennen. Es handelt sich um einen Denar des Kaiser Augustus aus der Zeit um Christi Geburt. Viele dieser Münzen wurden in römischer Zeit mit weniger Silbergehalt gefälscht. Bei dieser handelt es sich aber um eine offizielle Prägung. Diese Münze war „echt“.
Der
Grabungstag war heute bereits am Mittag beendet. Dies war jedoch eine halbe
Stunde später als üblich, um 12.30 Uhr. Bis dahin hatte ich noch einige
Zentimeter bis zur Brandschicht der Grube abgetragen. Es kamen noch einige
Steine zum Vorschein, ob diese zu einer Randfassung der Grube gehören, war noch
nicht zu entscheiden.
Am Nachmittag besuchten wir das Gewerbehaus in der Schmidmatt. Ich verweise dazu auf den Bericht vom letzten Jahr.
Anschliessend
hatten wir noch die Gelegenheit, eine Notgrabung beim Bahnhof Kaiseraugst
aufzusuchen. Hier wurden verschiedene Strukturen freigelegt: Das Trasse der
Strasse vom Rhein in die Oberstadt, das Trasse einer Querstrasse und diverse
Mauerzüge. Eine Mauer, welche parallel zur Querstrasse verlief, ist sehr massiv.
Dies könnte auf ein mehrstöckiges Gebäude hinweisen. In einem weiteren Gebäude
wurden Reste der Hypokaustanlage gefunden. Im angrenzenden Raum wurde sehr viel
Keramik aufgefunden (Gaststätte?/Keramiklager?).
Zum Schluss haben wir uns noch in einer Gartenbeiz ein Feierabendbier - oder auch etwas anderes - gegönnt.