Hintergrundinformationen zu Augusta Raurica (Augst)

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Im Jahr 58 vor Christus wollten die Helvetier ihr Siedlungsgebiet im heutigen Nordwesten der Schweiz Richtung Frankreich verlassen. In Bibracte (in der Nähe des heutigen Autun) wurden sie jedoch von Gaius Iulius Caesar besiegt.

Dieser schickte die Helvetier in ihre alten Siedlungsgebiete zurück. Offensichtlich wurde das Gebiet der Helvetier nicht als Provinz ins römische Reich eingegliedert, sondern es bestand ein Bündnisvertrag (foedus). Die Helvetier hielten sich an diese Vereinbarung.

Im Jahr 52 v. Chr. schlossen sich die Helvetier jedoch dem Aufstand von Vercingetorix an. Nach der Niederwerfung des Aufstandes wurden sie, wie andere Stämme, nicht bestraft. Allerdings wurde der Foedus nicht weitergeführt.

Zur Kontrolle des Gebietes wurden nun zwei Kolonien von Gaius Iulius Caesar gegründet: Colonia Iulia Equestris (Nyon) und die Colonia Raurica. Letztere durch den Statthalter in Gallien, L. Munatius Plancus. Allerdings fehlen jegliche archäologische Spuren aus dieser Zeit in Augusta Raurica. Vermutlich wurde nach Caesars Ermordung im Jahr 44 v. Chr. die Ansiedelung in diesem Gebiet nicht vollzogen.

Erst in den Jahren 20 - 10 v. Chr. wurde die Kolonie nochmals unter dem Namen Colonia Paterna Pia Apollinaris Augusta Emerita Raurica neu gegründet. Sie war nach dem Insulae System (schachbrettartige Wohnquartiere) geplant. Es gab unter anderem folgende öffentliche Bauten: Forum, Basilika, Curia, Thermen, Tempel, Theater, Amphitheater und die Stadtmauer. Ich verweise dabei auf meine früheren Berichte: 26.08.2000, 09.09.2000, 26.05.2001 und 25.08.2002.

Um 275 n. Chr. wurde die Stadt bei Einfällen der Germanen oder wegen internen Reichswirren in Mitleidenschaft gezogen. Kurz darauf wurde das Plateau "Kastelen" befestigt. Es bot einer reduzierten Restbevölkerung Schutz für 1 - 2 Generationen. Grosse Teile der übrigen Stadt zerfielen langsam.

Ca. um 300 n. Chr. wurde in der Unterstadt das Castrum Rauracense erbaut. Im Kastell war mehrere Jahre die Legio I Martia stationiert. Der Zivilbevölkerung bot das Kastell ebenfalls Schutz, weshalb diese hierhin zog.

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