| Mittwoch, 14.07.2004, 3. Grabungstag |
Um 9.00 Uhr haben wir uns wieder beim Osttor getroffen.
Da ein Grabungsfeld, im Verlaufe des Tages noch ein zweites, dokumentiert werden muss, wurden wir auf die übrigen verteilt. Im heutigen Grabungsfeld sind zurzeit keine Mauerstrukturen erkennbar. An drei Punkten sind jedoch jeweils wenige Steine angehäuft.
In einer ersten Hintergrundinformation suchen wir ein so
genanntes Steinlager auf. Es handelt sich hierbei um ein Depot mit grösseren
Steinfragmenten. Davon gibt es einige in Augst. Es handelt sich hierbei um
Säulen(-reste), Kapitelle, Grabsteine, Teile von Denkmälern, Reliefs,
Steinquader und
anderes
was nicht im Museum ausgestellt werden kann. Auf einem Steinrelief ist zum
Beispiel ein römischer Soldat mit einem Gefangenen dargestellt. Dieser
Steinblock war als Spolie in die Kastellmauer des Castrum Rauracense verbaut. In
den Jahren 73/74 n. Chr. kommandierte C. Pinarius Clemens einige Legionen,
welche die Grenze vom Rhein weit nach Norden verschoben (Agri Decumates).
Augusta Raurica wurde ebenfalls als Aufmarschgebiet benutzt. Man vermutet nun,
dass die Insel Gwerth ein Siegesmonument zu diesem Feldzug schmückte und die
erwähnte Spolie von diesem Denkmal stammt. In der Kastellmauer gab es mehrere
Spolien, welche vom Monument stammen könnten.
In
einer zweiten Hintergrundinformation wird uns erklärt, wie Funde fotografisch
dokumentiert werden. Die Fotografien werden auf einer Fotoliste notiert. Diese
Liste enthält im Kopf das Grabungsjahr, die Grabungsnummer und den Standort. Pro
Foto wird folgendes notiert: Fotonummer, Datum, Fotograf, Farb-/Dia- oder
Schwarz-Weiss, Feld, Abtrag, Profil, Schnurhöhe, Bemerkungen und "Blick von".
Um das Foto richtig einzuschätzen, wird neben den zu fotografierenden Befund
folgendes gelegt: Stangen mit 10 cm Markierungen (z.B. eine für 1 Meter und eine
für 50 cm), Pfeil für die Nordrichtung und die Fotonummer. Wichtig ist zudem
keine direkte Sonnenbestrahlung. Aus Haltbarkeitsgründen wird hauptsächlich
analog fotografiert.
Heute
ist beim Graben eine verkohlte Schicht aufgetaucht, ev. könnte es sich hier um
eine Feuerstelle handeln. Die ganze verkohlte Fläche wurde jedoch noch nicht
freigelegt.
Unter anderem wurde heute folgendes gefunden: Ziegelreste, Scherben (Keramik), Glas, Eisen, Knochen und Schlacke.
Um ca. 14.15 Uhr wurde der Grabungstag beendet.