| Dienstag, 13.07.2004, 2. Grabungstag |
Um 9.00 Uhr haben wir uns wieder beim Osttor getroffen und gleich mit Graben begonnen.
Dabei wurde den Gruppen neue Grabungsfelder zugewiesen, damit jeder an unterschiedlichen Orten graben kann. Meine Gruppe bekam dabei ein Grabungsfeld, welches westlich vom gestrigen liegt, zugewiesen. Hier befindet sich ebenfalls eine Mauer, welche parallel zur Strasse vom Osttor verläuft. Weitere Steinlagen, welche in einem Winkel von ca. 45 Grad nach Nordwesten verlaufen, sind wohl eher eine Verfüllung. Dies muss jedoch noch genauer geklärt werden. Wir haben nun die letzten Reste der aktuellen Grabungsschicht abgegraben.
In
unserem Grabungsfeld wurde ein so genanntes Astragal gefunden. Ein Spielstein
aus dem Sprunggelenkknochen von Schafen oder Ziegen. Uns wird gezeigt, wie
aufgrund der genau vermessenen Punkte (siehe 1.
Grabungstag) mittels Triangulation die genaue Position bestimmt wird. Dabei
wird von zwei Punkten die Distanz zum Fundort gemessen.
Mit dem Nivelliergerät wird zudem die Höhe
bestimmt.
In einer ersten Hintergrundinformation wird uns das Zeichnen von Grabungsbefunden gezeigt. Dabei werden zwei Massstäbe angewandt: 1:20 und 1:50. Bei besonders kleinteiligen Befunden wird auch 1:10 bis 1:1 angewandt. Dabei wird das Zeichnungsraster (das so genannte Netz), ein Gitter mit der gewünschten Maschenweite über den Befund gelegt. Diese Zeichnungen erfolgen in Farbe, wobei dabei auf Natürlichkeit geachtet wird. Auf dem Zeichnungsblatt wird zudem folgendes vermerkt: Grabungsnummer, Datum, Abtrag (Fund), Zeichnungs-Nummer, Massstab und Zeichner.
In einer zweiten Hintergrundinformation suchen wir die Ziegelbrennöfen in der Nähe auf. Es handelt sich um zwei Brennöfen. Diese wurden von der im 4. Jahrhundert im Castrum Rauracence stationierten Legio I Martia erbaut und betrieben. In einem Ofen wurden Flach- im anderen Rundziegel gebrannt. Da ein Ofen weniger Platz bot, wird von einem dritten ausgegangen, welcher jedoch nicht lokalisiert werden konnte.
Auch
heute haben wir unter anderem folgendes gefunden: Astragal, Knochen, Keramik,
Ziegelteile, Nägel, Scheckenhäuser und Schlacke.
Der Grabungstag war um ca. 14.15 Uhr beendet.