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Um die Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. erreichte das Regnum Noricum seine grösste Ausdehnung. Dadurch erfuhr die wirtschaftliche Beziehung zum Mittelmeerraum - auch begünstigt durch den Gastfreundschaftsvertrag (Hospitium Publicum) aus dem Jahr 170 v. Chr. mit Rom - ihren Höhepunkt.
Um diese Zeit wurde die Siedlung auf dem Magdalensberg durch römische Händler erbaut. Vielleicht bestand ein sakraler Mittelpunkt der Noriker auf dem Gipfel. Aufgrund eines Inschriftfragments wird vermutet, dass diese Siedlung bereits den Namen Virunum trug.
Anfänglich bestanden vermutlich Schmelzplätze für norisches Eisen und einfache Unterkünfte. Bald darauf fand ein markanter Umbau statt. Es entstand eine rechteckige Platzanlage von 110 m Länge und 42 m Breite. Sie war seitlich von Tabernen und Wohnhäusern umsäumt und kann als Forum gedeutet werden.
Dann fanden schwerwiegende politische Umwälzungen statt. Die Alpenvölker wurden in den Jahren 16/15 v. Chr. unterworfen. Das Gebiet der Räter und Vindeliker westlich der Noriker wurde nach schweren Kämpfen von Rom besetzt. Wohl deshalb erfolgte die norische Landnahme fast ausnahmslos friedlich.
Dies hatte eine zusätzliche
Aufwertung für die Siedlung
zur Folge. Sie wurde zum politischen Mittelpunkt des
römischen Ostalpengebietes.
Im Nordwesten
des Forums wurde anstelle der
Tabernen ein neues Gebäude erbaut. Nach weiteren Umbauten entstand
daraus ein
Praetorium. In tiberischer Epoche wurde ein Podiumstempel in der Mitte der
Nordfront des Forums erstellt. Er war dem Kult Divus Augustus und Dea Roma
geweiht. Eine Erweiterung in frühclaudischer Zeit blieb unvollendet.
Buntmetallwerkstätten im Osten wurden durch Wohnhäuser ersetzt.
Die Siedlung wurde im Laufe der
späten 40er Jahre des
1. Jahrhunderts n. Chr. aufgegeben. Die Bewohner zogen
wohl mehrheitlich an den Fuss des Berges in das neu gegründete Municipium
Claudium Virunum.
Auf
dem Berggipfel bestand ungefähr
seit dem Jahr 20. v. Chr. eine Befestigungsmauer. Diese wurde in spätaugusteischer-tiberischer Zeit wieder geschleift. Es könnte sich hier um
einen Fürstensitz gehandelt haben. Hier bestand ebenfalls ein Heiligtum, welches
bis in die Spätantike aufgesucht wurde.
Von der Siedlung sind das Forum, der Tempel, das Praetorium und auch viele Häuser zu sehen. Bei einem Komplex handelt es sich wohl um eine Art Herberge mit Bad.