Der Limes in Österreich Zurück zum Bericht über Österreich

Die Inbesitznahme des heutigen Österreichs erfolgte ab dem Jahre 15 v. Chr. Zuerst wurde das Gebiet westlich der Inn (Tirol und Voralberg) besetzt.

Das restliche Gebiet (Regnum Noricum) wurde spätestens ab dem Jahr 6 n. Chr. für einen Feldzug gegen die Markomannen benutzt. Dabei war sicherlich der seit dem Jahr 170 v. Chr. vereinbarte Hospitium Publicum (staatlicher Gastfreundschaftsvertrag) nützlich. Eine gewisse Romanisierung, mindestens im Innenland, war fortgeschritten.

Die Provinz Noricum wurde jedoch vermutlich erst unter Tiberius Claudius Nero Germanicus (Claudius) (41 - 54 n. Chr.) ausgerufen. Österreich bestand aus den Provinzen Raetia, Noricum, Ponnonia Superior. In der Spätantike wurden die Provinzen nochmals aufgeteilt.

Die Nordgrenze verlief entlang der Donau. Anfangs bestand offensichtlich nur eine ständige militärische Besatzung in Carnuntum. Unter den flavischen Kaisern wurde die Grenze ausgebaut. Entlang der Donau wurden Truppenlager in der Holz-Erde-Technik erstellt. Ab dem Jahr 190 n. Chr. - zum Teil auch früher - wurden die Kastelle in Stein umgebaut. Wann genau die Limesstrasse - Verbindungsstrasse der Kastelle entlang der Donau - erstellt wurde, ist mir nicht bekannt.

Gegen Ende des 1. Jahrhundertes n.Chr. wurde mit dem Bau des Legionslagers in Vindobona (Wien) begonnen. Das Legionslager in Lauriacum (Enns) wurde nach dem Jahr 180 erstellt.

Kleinere Weg- und Flussmündungen wurden mit Burgi (Wachtturmen) gesichert. Sie wurden vermutlich erst nach dem Jahr 180 erstellt.

Mit der Umgestaltung des Heeres, welche um die Mitte des 3. Jahrhunderts begann, wurde die Grenzbesatzung kleiner. In den Kastellen waren kleinere Resttruppen als Limitanei stationiert, der Rest wurde durch mobile Feldtruppen (Comitatenses) gestellt. In einer kurzen Zeit ab der Mitte des 3. Jahrhunderts - als die Vici (Lagerdörfer) vor den Kastellen noch bewohnbar waren - durften die Soldaten in den Vici wohnen. Danach zogen sich die Soldaten in einen Eckbereich der Kastelle zurück. Der Rest wurde für die Zivilbevölkerung benutzt.

In den ersten zwei Jahrhunderten sollte die Grenze eine Machtdemonstration gegen die Barbaren im Norden und eine Zollgrenze darstellen. Erst nach den Markomannenkriegen wurde die Grenze massiv verstärkt.

Die Grenze wurde mehrmals überrannt: Ab dem Jahr 167 durch die Markommannen. Die Situation wurde erst bis zum Tod von Marcus Aureulius Antoninus, bzw. durch Lucius Aelius Aurelius Commodus bereinigt. Um das Jahr 233 erfolgten Alemanneneinfälle in Reatien und Germanien. Zwischen 289 - 294 drängten die Sarmaten gegen Pannonien. Nach der Mitte des 4. Jahrhunderts nahmen die Einfälle in Pannonien zu.

Nach der Niederlage Valens im Jahr 378 bei Adrianopel mussten Teile der Ostgoten und Alanen in der Provinz Pannonien angesiedelt werden. 401 zogen die Vandalen entlang der Donau nach Westen. 405 durchquerten die Ostgoten Teile des heutigen Österreichs auf dem Weg nach Süden. 407 hat sich der Westgote Alarich vor dem Marsch nach Süden in Teilen Noricums niedergelassen.

433 n. Chr. wurde die Provinz Pannonien an die Hunnen abgetreten. 460 n. Chr. traf der heilige Severins in Noricum ein. Er versuchte die romanische Bevölkerung zu schützen. 488 n. Chr. organisierte Hunwulf, der Bruder Odoakers, den Rückzug der verbliebenen Romanen (sofern diese wollten) nach Italien. Dies war das Ende des römischen Österreichs.

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