Samstag, 25.08.2001 - Hechingen-Stein, Deutschland
Hier
ist eine grössere Villa Rustica zu sehen,
welche aus Hauptgebäude, Badegebäude, Mühle, Speicherbau, Tempelbezirk und
heute nicht mehr sichtbaren Gebäuden bestand.
Dass die heute sichtbaren Mauerzüge 1973 noch von Wald überdeckt waren, kann man sich nur noch schwer vorstellen.
Beim
Hauptgebäude handelte es sich um eine sogenannte Portikusvilla mit Eckrisaliten.
Ein Teil dieses Portikus und ein Eckrisalit wurden an Ort und Stelle
rekonstruiert. Diese namensgebende Front
befand
sich im Süden. Nördlich davon befand sich ein Innenhof, die Küchen und im
Norden die Wohnräume. Einige dieser Wohnräume waren beheizt.
Das
Badegebäude im Nordosten des Hauptgebäudes
war mit diesem durch einen Säulengang verbunden. Es bestand aus Frigidarium,
Tepidarium, Caldarium,
Praefurnium und Latrinen. Letzte sind
nicht sicher gedeutet.
Im
Südwesten des Hauptgebäudes befand sich die Mühle. Hier
wurden drei Trocknungsöfen (Darren) und zwei Mühlsteine gefunden. Da das
Getreide nur im Sommer getrocknet wurde, wären die Öfen nicht das ganze Jahr
benötigt worden. Deshalb könnte ein gefundenes Steinbecken der Bierbrauerei
gedient haben.
Etwas nördlich der Mühle wurde ein weiteres Gebäude freigelegt. Die Grundmauern lassen eine sichere Deutung als Speicher nicht zu.
Westlich
der Mühle befand sich der Tempelbezirk. Dessen
Umfassungsmauer
wurde in einer späteren Phase erweitert. Es wurden die Grundmauern von zehn
Kapellen gefunden. Eine wurde rekonstruiert.
Etwas nördlich dieser Stelle wurde der bisher einzige Eingang der Umfassungsmauer des Hofes gefunden. Auch ein Teil der Pflasterung ist hier noch zu sehen.
Die Villa
wurde im letzten Jahrzehnt des 1. Jahrhunderts n.Chr. aus Holz erstellt. Etwa 10
Jahre später wurde sie neu in Stein gebaut. Gegen
Ende
des 2. Jahrhunderts erfolgte ein grösserer Umbau. Der Säulengang zum
Badegebäude wurde erst zu Beginn des 3. Jahrhunderts erstellt. Spätestens um
260 wurde der Hof aufgegeben.
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